Einsatzmöglichkeiten des Therapiebegleithundes

 

Hunde besitzen einen hohen Aufforderungscharakter, was die Kontaktaufnahme und Zuwendung betrifft. Der Hund muss versorgt werden, das kann in der Therapie dazu genutzt werden, um die Verantwortung dem Hund gegenüber zu übernehmen und bestimmte Regeln und Rituale zu versprachlichen und einzuhalten.

Der Hund ist in der Therapie oft ein „Eisbrecher“ – durch seine Anwesenheit und seine positive Ausstrahlung gelingt es ihm, einen direkten Draht zum Patienten zu finden. Dies hat sich v.a. bei schlecht zugänglichen Patienten sehr bewährt.

Der Hund ist Motivator – mit Hund ist das Arbeiten einfacher, der Patient macht es „für den Hund“.

Generell kann man sagen, Hunde geben den Menschen eine direkte Rückmeldung auf ihr Verhalten. Sie bewerten nicht, sind wertfrei. Sie interessieren sich nicht für die Geschichte, das Problem, die für Menschen sicht- oder hörbaren Behinderungen o.ä. Sie reagieren ihren Bedürfnissen und Gewohnheiten entsprechend. Bei der Arbeit mit Hund steht nicht das Problem des Patienten sondern das Tier im Vordergrund. Die Konfrontation „krank/problemhaft – gesund“ wird aufgeweicht. Hunde kommunizieren mit Körpersprache. Das ist die uns vertrauteste Kommunikationsform. Intuitiv wissen die meisten Kinder die Körpersprache des Hundes zu deuten, wenn sie sich Zeit und Ruhe nehmen, diese zu beobachten.

  • Durch den Einsatz eines Therapiebegleithundes können folgende Bereiche positiv beeinflusst werden:
  • Konzentration und Merkfähigkeit
  • Selbstsicherheit und Verantwortungsgefühl
  • Das Erlenen und die Akzeptanz von Regeln
  • Anregung von selbst motiviertem Handeln
  • Verbesserung der Grob- und Feinmotorik
  • Verbesserung der Koordination
  • Verbesserung der Konzentration bei Spielen und der Lernförderung

 

(Vgl. Huck, Guido, Mittt, Kriterien und Beispiele für den Therapiebegleithundeinsatz, Skript Steinfurter Pädagogik/- Therapiebegleithundmethode Block I, 2012 )

Smilla hilft beim Therapieren

Der Dysgrammatismus (grammatikalische Unsicherheiten)  ist sehr häufig ein Teil einer Sprachentwicklungsstörung. Um z.B. die Anwendung des Dativs mit entsprechenden Präpositionen zu üben, benötigt das Kind viele Wiederholungen. Hierbei kann das Üben interessanter gemacht werden, wenn das Kind Leckerli entsprechend der Anweisung hinlegt. „Das Leckerli ist auf dem Stuhl – unter dem Stuhl.“ Am Ende darf Smilla, nach Aufforderung des Kindes, die Leckerlis alle fressen.

Übergabe eines Leckerlis mit einem Kochlöffel

Übergabe eines Leckerlis mit einem Kochlöffel

Kinder lieben es beim Arbeiten Leckerlis für Smilla zu sammeln und sie anschließend ihr zu füttern. Jedoch haben manche Kinder anfangs Hemmungen oder Ängste.Für Kinder, denen es eher unangenehm ist, das Leckerli dem Hund mit der Hand zu reichen, gibt es die Möglichkeit, dies über einen Kochlöffel oder Leckerlischlauch zu tun. Haben sie es dann geschafft, wächst das Selbstvertrauen.

Smilla mit Würfel

Smilla mit Würfel

 

In der Myofunktionellen Therapie kann Smilla mithilfe des Würfels anzeigen, welches Nahrungsmittel als nächstes geschluckt werden soll.

Beim Füttern des Leckerlis wird natürlich an die Zungenruhelage gedacht.

So macht auch diese Therapiestunde gleich viel mehr Spaß!

Myofunktionelle Therapie

Myofunktionelle Therapie

 

 

Auch ist Smilla ein geduldiger „Vorlesehund“ – gerade mit LRS-Kindern hat sich gezeigt, dass das Vorlesen mit Hund für das Kind sehr motivierend ist und sich die Leseleistung dadurch verbessert.

 

Der Therapiebegleithund in der Logopädie kann nicht nur bei Kindern erfolgreich eingesetzt werden, sondern auch bei Erwachsenen. Folgende Bereiche können positiv beeinflusst werden:

  • Aufmerksamkeit (die Anwesenheit des Hundes rüttelt Leute wach)
  • Smilla als Vorlesehund

    Smilla als Vorlesehund

  • Antriebsschwäche (Gymnastik mit Hund macht viel mehr Spaß)
  • Sprechfreude
  • Körpergefühl verbesern (Lagerung mit Hund)
  • Gedächtnisverlust (Leckerlis im Raum verstecken, wenn der Hund nicht alle findet, muss ihm geholfen werden..)
  • Körperkontakt zulassen / Entspannung
  • propriozeptive und taktile Wahrnehmung

Gerade bei geriatrischen Patienten und/oder Patienten nach Schlaganfall sowie bei neurologischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose bieten sich vielerlei Einsatzmöglichkeiten.

(Vgl. Huck, Guido, Mittt, Voraussetzungen für den Therapiebegleithundeinsatz, Skript Steinfurter Pädagogik/- Therapiebegleithundmethode Block II, 2012)

Hygienerichtlinien

Für die tiergestützte Therapie gelten bestimmte Hygienerichtlinien, um die Übertragung von Krankheitserregern zu minimieren. Ich halte mich an die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts bzw. an die Leitlinien zur Hygiene des Berufsverbandes Therapiebegleithunde Deutschland e.V.

Selbstverständlich ist für mich, dass die Hunde frei von ansteckenden Krankheiten sind und es einen vollständigen Impfschutz gibt. Desweiteren erfolgt die regelmäßige Kontrolle des Kotes auf Endoparasiten (Würmer etc.), die vorbeugende Behandlung gegen Ektoparasiten (Zecken, Flöhe etc.) und regelmäßige tierärztliche Kontrollen.

 

Ausbildung

Smilla und ich haben im Juni 2014 erfolgreich die Prüfung zum Therapiebegleithundeteam (www.mittt.de) absolviert. Auch Suri hat ihre Prüfung bereits mit 18 Monaten im August 2015 bestanden.